Drei Nationalparks in zwei Wochen

In der Nacht von Samstag auf Sonntag landete meine Familie mit drei Stunden Verspätung in Kigali. Um vier Uhr morgens fielen wir alle müde ins Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein. Auch wenn ich wirklich gerne in Kigali lebe, fällt mir immer wieder auf, dass es nicht sonderlich viele Dinge gibt, die man als Tourist machen könnte. Wir haben das Genozid Memorial besucht und waren auf dem Kimironko, aber abgesehen von jeder Menge guten (und meiner Meinung nach teuren) Restaurants, gibt es nicht viel mehr. Das Moto fahren hat meiner Familie viel Spaß gemacht, sodass wir uns gut fortbewegen konnten. Montagabend haben wir das Auto abgeholt, welches ich im Internet gebucht habe. Ich war wirklich froh, als wir neben einem fahrtüchtigen Wagen standen, denn ich hatte auch schon von anderen Freiwilligen gehört, die dann mehr oder weniger auseinanderfallende Kisten vorfanden, für die übermäßig viel Geld verlangt wurde, bzw. auch schon bezahlt worden war. Dies war bei uns zum Glück nicht der Fall und so konnten wir uns am Dienstag entspannt auf den Weg in den Nyungwe National Park machen, der Urwald im Süden Ruandas. Dort liefen wir am darauffolgenden Tag den Canopy Walk, ein Wanderweg mit einer Hängebrücke in der Mitte, die über den Baumwipfeln entlang geht. Die Aussicht war toll, und 70 Meter über dem Boden über den Bäumen des Urwaldes entlang zu laufen auch ein Erlebnis.

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Am Wochenende haben wir uns nach Umuganda mit einem Auto aus der Jumelage auf den Weg in den Akagera National Park gemach. Dort haben wir unglaublich viel Glück gehabt, denn wir haben Löwen, einen Elefant, Zebras, Giraffen, Impalas und Baboons gesehen.

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Anschließend haben mein Vater und mein Bruder den Mt. Bisoke bestiegen. Der Mt. Bisoke ist ein erloschener Vulkan. Er ist 3.711 Meter hoch. Im Krater hat sich ein See gebildet und man kann nicht um den See gehen, da auf der anderen Seite die DR Kongo liegt.

Die drei Nationalparks sind auf ihre eigene Weise sehr schön und können Ruanda dabei helfen, die Wirtschaft durch Tourismus weiter anzukurbeln. Doch es muss noch viel gemacht werden, um Ruanda wirklich zu einem Tourismus Ziel zu machen. Abgesehen von den Nationalparks, die alle nicht gerade preiswert sind, gibt es den wunderschönen Kivu-See. Dort gibt es schon einige Hotels und es werden auch Aktivitäten wie Kajak Touren angeboten.

Nach 11 Monaten ist nun auch meine Zeit hier in Ruanda zu Ende und ich werde in ein paar Tagen wieder zurück nach Deutschland fliegen. Mit Hochs und Tiefs, mehreren Wohnungswechseln und einer spannenden Zeit werde ich Ruanda auf jeden Fall vermissen. Einen Freiwilligendienst würde ich allen empfehlen, die Erfahrungen die man im Laufe des Jahres in einem zu Beginn völlig fremden Land macht, sind unglaublich bereichernd. Ich werde sehr viel vermissen, das Moto fahren, die Märke und vieles mehr.

Ich hoffe, dass ich euch mit meinem Blog einen Einblick in meinem Freiwilligendienst und auch das Leben in Ruanda geben konnte.

Liebe Grüße

Julia

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Plastik, das Bild nach außen und die Sache mit der Entwicklungszusammenarbeit

Da mich immer wieder Leute danach fragen, ob Ruanda wirklich so umweltfreundlich und sauber sei, möchte ich auch dazu einen Beitrag schreiben.

Ich habe schon oft Links zu Artikeln geschickt bekommen, in denen darüber berichtet wird, dass Ruanda so gut wie kein Plastik nutzt. Es ist richtig, dass man in Supermärkten oder kleinen Läden keine Plastiktüten bekommt, um die Einkäufe einzupacken. Doch oft wird davon ausgegangen, dass es in Ruanda dadurch keinen Müll gibt und allgemein viel auf die Umwelt geachtet wird. Das Verbieten der Plastiktüten ist definitiv ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber nicht genug. Die Herstellung der Papiertüte kostet fast doppelt so viel Energie wie die eine Plastiktüte. In Deutschland wird oft die Baumwolltasche als Ersatz für Plastik- und Papiertüten gehandelt. Aber auch die sind durch die ressourcenintensive Herstellung erst nach 20 bis 30 Mal benutzen wirklich umweltfreundlicher als die Plastiktüte. Zudem sind Papiertüten teuer als Plastiktüten, was gerade für kleine Läden einen großen Unterschied macht.

Papiertüten sind also eine Verbesserung, aber im Prinzip keine dauerhafte Lösung. Außerdem werden importierte Produkte weiter in Plastik gepackt und dadurch entsteht Plastikmüll, der hier, in Ruanda, verwertet werden müsste. Teilweise wird Müll einfach nur verbrannt. Die Regierung bemüht sich zwar immer mehr darum, Recycling-Anlagen zu bauen, aber bis diese einen Großteil des Mülls recyceln können, wird noch etwas Zeit vergehen. Zudem muss man auch immer einen Unterschied zwischen Kigali und den einzelnen kleinen Städten (z.B. Huye, Musanze oder Kibuye) und ländlichen Gegenden machen. In Kigali gibt es eine organisierte Müllentsorgung, eine Müllabfuhr etc. Diese ist auf dem Land so nicht vorhanden. Die Menschen, die nicht in Städten leben, müssen sich meist eigenständig darum kümmern, ihren Müll los zu werden.

Kigali ist sauberer als andere ostafrikanische Hauptstädte. Das habe ich selbst so erlebt, aber auch erzählt bekommen. Durch Umuganda (der letzte Samstag im Monat) sind die Straßen sauber. Der Müll wird eingesammelt, die Hecken geschnitten und alles wieder auf Vordermann gebracht. Zumindest da, wo man es sieht. Auch wenn es zynisch klingen mag: dort wo Investoren und Touristen hinkommen, soll alles glänzen und sauber sein. In Kigalis Innenstadt (Town), stehen mehrere Hochhäuser. Diese sehen von außen wirklich beeindruckend aus, nicht wirklich etwas, das man in einem kleinen, armen afrikanischen Land zu sehen erwartet. Diese Hochhäuser könnten auch in Frankfurt stehen. Doch wenn man in diese großen Gebäude rein geht, stehen sie mehr oder weniger leer. Es werden viele große Gebäude gebaut, gemäß des Kigali Masterplans. Die Stadt soll für Investoren aus dem Ausland attraktiv gemacht werden. So will das Binnenland Ruanda seine Wirtschaft stärken. Dafür müssen auch alte Gebäude weichen, die, wie zum Beispiel das Haupthaus der Jumelage, noch aus der belgischen Kolonialzeit stammen. Das ist sehr schade, aber Ruanda strebt eben nach einer starken, wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Und das darf man dem Land ja wohl nicht verübeln. Ich fand die Reaktionen zum Sponsoring des FC Arsenal sehr interessant. Der Artikel der Süddeutschen Zeitung fasst es, denke ich, ganz gut zusammen. Große Empörung, wie ein Dritte-Welt-Land es wagen kann, so viel Geld ausgeben zu können. Die ganzen Spenden, oh je. Aber auf der anderen Seite heißt es, die Länder sollten sich selbst helfen, Initiative ergreifen und endlich mal aktiv werden. Ich weiß nicht, aus welchen Fonds das Geld kommt. Ich weiß nicht, ob und in welcher Höhe Spenden für das Sponsoring genutzt werden. Aber ich denke es zeigt, dass Entwicklungszusammenarbeit ganz dringend geändert werden muss. Denn einfach nur Milliarden von Euro oder US-Dollar in die Staatskassen zu pumpen, führt eben dazu, dass es nicht immer da ankommt, wo der Geber es gerne hätte. Die Spenden müssten viel zielorientierter eingesetzt werden. Dazu müsste es aber eine ganz andere Kontrolle geben. Dieses Konzept wird im Kleinen schon seit Jahrzehnten in der Jumelage durchgeführt. Denn die Projekte, die wir finanzieren, werden sehr genau betreut. Wenn etwas nicht klappt, dann gibt es kein Geld mehr. Das sich was ändern sollte, gilt nicht nur für Ruanda, sondern für die Entwicklungshilfe allgemein. Ich kann beide Seiten verstehen. Es ist sicher nicht das Bild, das die Geldgeber von Ruanda haben (und vielleicht auch haben wollen). Und für die ruandische Regierung ist es die Chance auf mehr Tourismus. Denn das wäre eine Branche mit viel Potenzial, denn Ruanda ist wunderschön.

Das ist natürlich alles nur meine Meinung, ich habe ein paar Bücher zur Entwicklungshilfe gelesen. ‚Afrika wird arm regiert‘ von Volker Seitz fand ich am besten. Darauf basierend habe ich meine Meinung gebildet. Er schreibt unter anderem, dass Budgethilfe ohne genaue Kontrolle oftmals das Ziel verfehlt. Denn wenn die politische Elite sich das Geld ohne große Schwierigkeiten aneignen kann, gibt es für sie keinen Grund zur Veränderung der bestehenden Struktur. Teilweise werden durch Budgethilfe Prestigebauten für den Präsidenten oder auch Ausrüstung für das Militär finanziert, welches nicht unbedingt im Sinne des Volkes handelt, sondern eher in dem der Mächtigsten des Landes. Das gilt nicht für Ruanda, hier ist die Korruption unter dem Präsidenten Paul Kagame stark zurück gegangen. Aber trotzdem ist nicht klar, ob die Gelder so eingesetzt werden, wie sich die Geldgeber das vorstellt. Auch zur Zusammenarbeit von NGO’s sagt Volker Seitz, dass sich etwas ändern muss. In der Demokratischen Republik Kongo zum Beispiel arbeiten verschiedenste Organisationen zum Thema HIV/ Aids. Aber nicht zusammen, sondern aneinander vorbei. Allein die UNO hat mehrere Zweige im gleichen Gebiet. Das ist ineffizient und teuer. Das Buch kann ich also nur empfehlen.

Kenia

Für meine Kenia Reise habe ich mich gegen eine 24 stündige Busfahrt entschieden. Mit RwandAir, der Ruandischen Airline dauerte der Flug nur 1,5 Stunden. Ganz nach der „african time“ ging es eine Stunde später los, als eigentlich geplant. In Nairobi wurde ich von Donnergrollen begrüßt, vom Flieger in den Flughafen kam ich noch trocken. Als ich nach einer Stunde den Flughafen in Nairobi verlassen konnte, regnete es in Strömen.

Schon der kenianische Flughafen in Nairobi ist im Vergleich zu dem in Kigali gigantisch. Es sind viel mehr Menschen unterwegs und es ist irgendwie alles einfach größer.

Vor dem Flughafen wartete Judith, eine Freundin aus der Schule, auf mich. Sie hatte mich über Weihnachten schon in Kigali besucht. Da es mittlerweile 22:30 war, konnten wir nur noch ein Taxi nehmen, um zu ihrer Gastmutter zu fahren. Wäre ich früher gekommen, hätten wir mit einem Matatu fahren können. Judiths Projektpartnerin nennt sie „Party Busse“. Ich finde das ist ein sehr passender Name, denn es plärrt durchgehend ohrenbetäubende Musik aus kleinen oder auch mal richtig großen Lautsprechern, die im ganzen Bus verteilt sind. Feste Haltestellen gibt es wohl nicht wirklich, um herauszufinden wo es hingeht, muss man nachfragen. Wenn man raus gelassen werden will, muss man das sagen. Die Matatus fahren in Nairobi überall herum und sind Bunt bemalt. Es gibt laut Judith sogar einen Wettbewerb, wer das schönste Matatu hat. Die Fahrt mit dem Matatu ist hier die billigste und sicherste Fortbewegungsmöglichkeit, eine Fahrt kostet zwischen 50 und 60 Kenia Schilling, das sind 41, bzw. 49 ct.

Es gibt auch Piki Pikis, quasi die hiesigen Motos, aber damit werden wir in Nairobi nicht fahren. Denn der Straßenverkehr ist irre chaotisch (zudem herrscht Linksverkehr und ich gucke weiterhin konsequent falsch, wenn ich die Straße überquere). Es scheint, als würden alle nur auf sich achten und der stärkere hat recht. Auch wenn man am Straßenrand entlang läuft, muss man aufpassen, denn es wird davon ausgegangen, dass der Fußgänger ausweicht. Bürgersteige… gibt es nicht immer. Aber ein Matschweg am Rand, auf den man sich bei einem nahenden Auto retten kann, ist meist vorhanden.

Mit Emma, einer weiteren Freiwilligen, die über die Schulferien in Nairobi ist, sind wir nach Town gefahren. Der Stadtteil ist, wie der Name schon verrät, das Zentrum der Stadt, es reihen sich viele kleine Geschäfte aneinander, Banken, Restaurants etc. gehören ebenfalls dazu. Die Straßen sind vollgepackt mit Menschen, es ist laut und vor allem: dreckig. Überall liegt Plastikmüll, es gibt nicht immer einen Abfluss für das Regenwasser, was gerade jetzt in der Regenzeit in Massen vom Himmel kommt. Dadurch sind viele Straßen völlig vermatscht, es gibt unzählige Schlaglöcher. Oft wird man an angeschrien, wenn die Straßenverkäufer ihre Ware anpreisen wollen. Auf Plastikplanen ausgebreitet kann man Secondhand Kleidung, Küchenbrettchen, Obst und vieles mehr erstehen, an kleinen Ständen wird Essen verkauft. Ich habe schon mehrere Wägelchen gesehen, bei denen man gekochte Eier und kleine Würstchen (Smokies) bekommen kann. Das für mich faszinierende: die Sachen werden dann auch gleich gegessen.

Kurz um, Nairobi ist super. Ich würde nicht in dieser riesigen, lauten vermüllten aber so wunderbar lebendigen Stadt leben wollen. Aber für einen Besuch war es genau das richtige.

Emma und Judith hatten von einem Markt gehört, den sie sich unbedingt mal ansehen wollten. Beim Mittagessen haben wir eine der Kellnerinnen gefragt, ob sie uns sagen könne, wie wir zum Markt kommen. Sie war super freundlich und hat angeboten uns nach Ihrer Schicht hinzubringen. Der Markt war toll, auch wenn es viele Dinge gibt, die ich in Ruanda billiger bekommen kann.

Auf dem Weg zurück ist mir dann aufgefallen, wie selten man Polizisten sieht. In Kigali steht an jeder Ecke ein mit einem Maschinengewehr bewaffneter Polizist oder Soldat. Oft fahren Polizeiautos an einem vorbei. Hier hingegen habe ich an meinem ersten Tag nur drei Polizisten gesehen.

Nach ein paar Tagen in Nairobi sind wir nach Limuru in das Marianne Center gefahren. Judith arbeitet in einer Schule und Internat für Jugendliche und junge Erwachsene mit geistlicher Behinderung. Die Fahrt nach Limuru war sehr viel entspannter, als ich es mir vorgestellt hatte. All die Geschichten, von vollgestopften Kleinbussen kamen mir auf einmal komisch vor. Schließlich war ich in Nairobi mehrere Male Matatu gefahren und die waren auch nicht wirklich vollgestopft. Manchmal standen ein paar Menschen verbotener weise im Gang, aber vollgestopft… Da hatte ich mir was anderes vorgestellt.

In Limuru waren wir erst auf dem Markt um ein paar Sachen für die nächsten Tage einzukaufen. Kenia ist etwas teurer als Ruanda, im Verhältnis zu deutschen Preisen aber immer noch sehr billig. Die Avocado kostet anstatt 150 rwf (15 ct) eben 20 Ksh (etwas weniger als 20ct.) Anschließend hat Judith mir noch ihren Lieblingsladen, den einzig wahren Saftladen gezeigt. Ein ganz kleiner Shop, in dem man sich einen Saft, einen Smoothie oder was auch immer man haben möchte, zusammen mischen lassen kann. An der Wand hängen Vorschläge, die man nach Belieben abändern kann (oder muss, je nach dem ob es alle Zutaten gibt). Die Frau bereitet die Früchte oder das Gemüse direkt vor einem zu dem gewünschten Getränk zu. Ich habe (nicht sehr mutig, ich weiß) erst mal einen Bananen Mango Smoothie mit Milch und Erdnüssen genommen, während Judith gerne was mit Eisen wollte. Karotten, Rote Beete, Aloe Vera, Kürbiskernen, Ingwer, Erdnüssen und weiteren Gemüse und Ost Arten, die ich teilweise nicht kenne. Die Getränke waren beide super lecker.

Was dann aber doch meiner Vorstellung von vollgestopften Transportmitteln entsprach, war die Fahrt von Limuru zum Marianne Center. 12 Leute in einem Auto für 5 kann man wohl als vollgestopft ansehen. Vier in der ersten Reihe (inklusive Fahrer), vier auf der Mittelbank (das variiert wohl aber auch, wenn Kinder dabei sind, dann werden es auch mal mehr), und vier Personen im Kofferraum. Judith und ich saßen im Kofferraum und ich denke, dass war noch am bequemsten. Irgendwo im nirgendwo, so zumindest kam es mir vor, wurden wir dann raus gelassen. Nach ein paar Minuten Fußweg gelangten wir dann im dunklen ans Marianne Center. Dort blieben wir bis Freitag. Zurück in Nairobi haben wir uns als erstes wieder einen Smoothie im Java Cafe geholt. Die machen wirklich süchtig.

Am Wochenende waren wir dann wieder bei Judiths Gastmutter. In Buruburu, dem Stadtteil, in dem sie lebt, gibt es eine Straße, in der an kleinen Ständen jede menge Kleidung verkauft wird, oftmals Second Hand. Oftmals stehen die Verkäufer vor den Ständen und schreien einem direkt ins Ohr, was sie alles an Ware zu bieten haben, oder aber sie sind nicht aufzufinden und man muss warten und wird dabei von den umstehenden Verkäufern belagert, da sie eindeutig die besseren Preise anbieten.

An meinem letzten Tag haben wir dann noch die elephant orphanage in Nairobi besucht. Da wir mit dem Matatu gefahren sind, mussten wir das letzte Stück laufen. Das war aber super schön, denn es war sehr ruhig und wir konnten die Natur genießen. Obwohl wir viel zu früh da waren (die elephant orphanage hat nur von 11-12 Uhr auf) waren schon eine Menge Leute da. Überraschung, Überraschung, größtenteils Weiße. Teilweise auch schön in Safari Kleidung mit jeder Menge Hosentaschen und Hut. Alles beige, natürlich. Für 500 Ksh konnten wir rein (etwas weniger als 5€). Die Gruppe wurde auf eine Art Platz geführt, der Boden war Gras und Schlamm bzw. Erde.

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Ein Teil war mit einer dicken Kordel abgespannt. Die Elefanten kamen über das Gelände geradezu angerannt. Gab ja auch Essen. Neben der Milch, die von den Pflegern aus riesigen Flaschen gegeben wurde, gab es auch noch Blätter von Ästen. Die Elefanten sind alles Waisen, die zu jung waren, um ohne Mutter zu überleben. Im Normalfall werden die Elefanten nach drei Jahren wieder in die ‚freie Natur‘ gelassen, sie kommen zurück in verschiedene Nationalparks.

Meine Arbeit

Um euch eine genauere Idee davon zu geben, was ich eigentlich mache, möchte ich in diesem Beitrag ein bisschen von meinem Arbeitsalltag erzählen.

Zu allererst, mein Alltag in der Jumelage hat sich mit der Zeit stark geändert. Am Anfang habe ich wirklich nur die Übersetzungen von Anträgen, Zwischenberichten und Abschlussberichtes oder Finanzberichte geschrieben. Einmal die Woche (mal öfters, mal seltener) kamen dann noch verschiedene Projektbesuche dazu. Mittlerweile mache ich um einiges mehr.

Dadurch, dass die Schul- und Sozialabteilung gerade keine Koordinatorin mehr hat, habe ich einen Teil der Kommunikation mit den deutschen Partnern übernommen. Ich plane die Netzwerktreffen des ruandischen Netzwerks für Kinder mit Behinderung, welches von der Jumelage gegründet wurde.  Mitte März war ich für die Delegation aus Lehrern für Sonderpädagogik zuständig. Die Lehrer arbeiten alle an einer Schule für Kinder mit Behinderung, die mit einem ruandischen Zentrum verpartnert ist.

Es hat sich also einiges verändert. Die Berichte schreibe ich mittlerweile teilweise gleich selbst, da ich den Ablauf jetzt kenne. So machen Esperance, meine Kollegin, und ich nur noch gemeinsam diese Arbeit, wenn ich die Projekte selber nicht kenne

Ich arbeite Montag bis Freitag, von 7.30 bis 17.00 Uhr. Das mit der Zeit wird hier in Ruanda nicht so genau genommen, aber ab 8.00 Uhr sind die meisten der Mitarbeiter im Büro anzutreffen.

Jeden Montagmorgen haben wir ,Réunion‘. Jedes Department erzählt, was sie in der vergangenen Woche gemacht haben und was als nächstes ansteht. Es wird sich ausgetauscht und alles wichtige, was alle Mitarbeiter betrifft, besprochen. Das kann auch gerne mal bis zur Tea- time um 10.00 Uhr dauern. Im Innenhof steht ein Tisch, dort kann man sich Toaste mit Avocado nehmen, manchmal gibt es auch Chapati, Amandazi oder sogar Schokolade. Letzter wird meist von Besuchern aus Deutschland mitgebracht. Nach einer halben Stunde Pause geht es dann weiter.

Ein Projekt verläuft so, dass die ruandischen Partner einen Antrag stellen. Da ich das Zentrum für Gehörlose in Nyabihu kenne und auch schon Kontakt mit den deutschen Partnern, der Lotto-Stiftung Koblenz, hatte, nehme ich sie als Beispiel.

Der Leiter des Zentrums hat einen Antrag gestellt, um den Eltern der gehörlosen Schüler ein Training in Gebärdensprache zu finanzieren. Wenn wir das Projekt als sinnvoll erachten, schreiben wir einen formellen Antrag. Dieser wird in das Büro in Mainz geschickt. Dort werden Partner angeschrieben, ob sie bereit wäre, das Projekt zu finanzieren, oder es wird eben nach einem neuen Förderer gesucht. Wenn jemand gefunden wurde, der das Projekt finanziert, wird das benötigte Geld an die Jumelage überwiesen. Dann geht die Arbeit für uns hier weiter.

Im Fall von Nyabihu wurden Trainer gesucht und Orte gebucht, an denen das Training stattfinden konnte. Es wird ein Vertrag direkt mit den Trainern geschlossen, diese werden dann von der Jumelage bezahlt. Während des Trainings wird ein Zwischenbericht geschrieben, sodass der Fortschritt dokumentiert werden kann.

Nach Abschluss des Projekts werden dann noch ein Abschluss- und Finanzbericht geschrieben. Diese werden dann nach Mainz ins Büro geschickt und dann weiter an die deutschen Partner.

Hier könnt ihr noch ein bisschen was über die Partnerschaft allgemein lesen: Partnerschaft Ruanda Rheinland-Pfalz

Kritik am Freiwilligendienst

Kigali

Letzte Woche hatte ich mit 9 weiteren Freiwilligen in Musanze das Zwischenseminar. Wir haben viel darüber gesprochen, was wir bis jetzt erlebt haben, welche positiven oder negativen Erfahrungen wir hatten etc. Auch welche negativen Auswirkungen ein Freiwilligendienst mit sich bringt kam mehrfach zur Sprache. Schon während des 10-tägigen Vorbereitungsseminars in Wiesbaden im Juli haben wir mehrfach darüber geredet, dass die Freiwilligen durch die Erfahrungen, die sie sammeln den größten Nutzen aus dem FWD (Freiwilligendienst) ziehen.  Negative Auswirkungen gibt es zum Beispiel unter anderem an Schulen, denn die Kinder verlieren jedes Jahr aufs Neue eine Bezugsperson. Zudem stellt sich die Frage, mit welcher Berechtigung man an einer Schule unterrichtet. Nimmt man nicht eine Vollzeitstelle ein, welche einem qualifizierten Lehrer mit entsprechender Ausbildung einen Job verschaffen würde und die Möglichkeit die Familie zu ernähren? Freiwillige gehen ohne Pädagogische Ausbildung in die Projekte. In einem Waisenheim  ist es genauso. Die Freiwilligen ziehen den größten Nutzen aus all ihren Erlebnissen, während die Kinder nur wieder verlassen werden. Auch auf meine Stelle kann man die Kritik übertragen. Grundsätzlich wäre es vorstellbar auch mit nur einem Freiwilligen in der Jumelage zu arbeiten. Finanzberichte, Abschlussberichte und Begleitungen zu Projektbesuchen könnten ohne Weiteres auch durch eine ruandische Arbeitskraft ausgeführt werden. Da auf Projektbesuchen oftmals Kinyarwanda gesprochen wird und somit für den Freiwilligen eine Übersetzung notwendig ist, wäre es in dieser Situation sinnvoller mit einer ruandischen Arbeitskraft zu den Projekten zu fahren.

Ein großes Problem ist, dass in Deutschland viele Personen ein völlig falsches Bild vom FWD in Afrika haben. Einer der Freiwilligen wurde gesagt „gut das du nach Afrika gehst und den Negern mal benehmen beibringst“ oder auch „naja irgendwer muss ja Entwicklungshilfe leisten“. Überspitzt gesagt, gehen die Leute oftmals davon aus, dass wir uns aufopfern um in unterentwickelten Gebieten armen und ungebildeten Menschen zu helfen. Es herrscht die Vorstellung, dass wir in Entwicklungsländer fahren um Brunnen zu bauen oder ähnliches zu tun. Ganz entgegengesetzt dieser allgemeinen Vorstellung, erlebt man in Kigali eine aufstrebende Wirtschaft. Ich sehe wie Straße und Gebäuden aus dem „Nichts“ erwachsen. Die Armut und die mangelnde Bildung, die oftmals die Vorstellungen über Afrika prägen existieren zwar, aber es wird daran gearbeitet. Die Infrastruktur hat aufgrund der Geschwindigkeit, mit der Kigali wächst einige Mangel, diese bestehen aber vor allem in den ärmeren Viertel. In den Viertel, in denen Botschaften stehen, teure Hotels oder sogar der Präsidentenpalast fällt weder der Strom aus, noch gibt es Probleme mit fließendem Wasser. In den ärmeren Viertel ist es eine etwas andere Sache. Dort gehören Strom- und Wasserausfall an die Tagesordnung. Es gibt also auch Menschen, die in einfachen Hütten mit Wellblechdächern wohnen, ohne fließendes Wasser. Aber es ist wichtig, dass man eben nicht nur diese Hütten vor den Augen hat, wenn man an Afrikanische Hauptstädte denkt, sondern auch an die Hochhäuser wie den Kigali Tower, welcher 20 Stockwerke hoch ist, komplett verglast. Oder der Convention Center, der laut Website 300 millionen US Doller gekostet hat. Ich habe immer noch keine Ahnung, was genau der Sinn hinter diesem irrsinnig teurem Gebäude ist.

Natürlich gibt es hier mehr Armut als in Deutschland, da es weniger Jobs gibt, die Universität eine Menge Geld kostet und sogar schon in der Schule Gebühren gezahlt werden müssen- je besser die Schule, desto höher die Gebühren. Viele der Freiwilligen in Kigali bieten Nachmittagsprogramme an, damit die Kinder eine Beschäftigung haben, da die Eltern arbeiten müssen, um genug Geld zu verdienen und damit die Familie ernähren können. Auf dem Land ist die Armut der Menschen oft noch deutlicher, da es dort noch weniger Bildungs- und Jobchancen gibt. Allerdings möchte ich hierzu nicht mehr sagen, da ich nicht auf dem Land lebe und dadurch nicht aus eigener Erfahrung sprechen kann.

Der Süd-Nord-Austausch wird von immer mehr Organisationen angeboten. Volunta zum Beispiel schickt bald auch Freiwillige aus Ruanda nach Deutschland. Ein großes Problem hierbei ist, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  (BMZ) lediglich die deutschen Freiwilligen finanziell unterstützt werden. Für ruandische Freiwillige fehlt eine solche finanzielle Unterstützung, außerdem wird von ihnen eine Vielzahl von Qualifikationen erwartet, um überhaupt an diesem Projekt teilnehmen zu können. Wie anfangs schon erwähnt kommen wir deutschen Freiwilligen, auch ohne Sprachkenntnisse oder anderweitige Qualifikationen (z.B. pädagogisches Wissen) nach Ruanda reisen und werden dabei fast vollständig finanziert. Die Idee, die unter anderem hinter dem weltwärts Programm steckt ist, dass die deutschen Freiwilligen die Erfahrungen nach Deutschland bringen, sie weiter geben und vielleicht für ein bisschen mehr Weltoffenheit sorgen können. Die Frage, die ich mir stelle, ist ob nicht ruandische Freiwillige in Deutschland viel mehr zum kulturellen Austausch beitragen können, als ich, wenn ich nach meiner Rückkehr in meine ursprüngliche Kultur von einer Kultur erzähle, die ich als fremder nie ganz greifen kann.

Eines der wohl schwerwiegendsten Auswirkungen ist das Bild, das durch unseren Dienst hier an die ruandische Bevölkerung vermittelt wird. Der Weiße kommt, um zu helfen. Der Weiße, der Geld gibt, ist ein Bild, das sich sehr verfestigt hat. Wir kommen natürlich mit dem Gedanken zu helfen, allerdings müssen wir schnell feststellen, dass nicht nur wir, sondern eben auch die Bevölkerung vor Ort Vorurteile gegenüber einem Freiwilligendienst hat. So denken wir an das „Brunnen bauen“ und die Bevölkerung dort hofft überwiegend auf finanzielle Unterstützung. Es fängt damit an, dass man von Kindern auf der Straße angesprochen wird. „Give me my money“ hört man meist mehrmals täglich. Dadurch, dass so viele Weiße auch Geld geben, wurde mir schon das ein oder andere „Fuck you “ hinterher gerufen, nachdem ich ohne Geld zu geben weiter gelaufen bin. Man steckt in solchen Situationen in einem Zwiespalt. Denn wenn man Geld gibt verfestigt man das Bild des reichen Weißen, gibt man es nicht, nagt die Frage, ob das Kind trotzdem genug zu essen hat an einem. In der Jumelage habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade in den „income generating Projekts“ ruandische Partner ihre Eigeninitiative verloren haben und erwarten, dass die Jumelage (bzw. Espérance, meine Vorgesetzte) schon helfen wird. Die Menschen wissen, dass Espérance mit Weißen zusammenarbeitet, viele ziehen daraus den Schluss, dass sie oder die Jumelage Geld im Überfluss zur Verfügung stehen hat- und entwickeln die Erwartungshaltung, dass sich die Jumelage eine rundum Versorgung für das Projekt startet. Zusatz: Die Kooperativen stellen selbst einen Antrag, um finanzielle Unterstützung für ein solchen Projekt zu erhalten. Als Beispiel: eine Kooperative die bei einem Bananenpflanzen Projekt unterstützt wird. Die Jumelage hat über einen Spender in Rheinland- Pfalz die Bananenpflanzen finanziert. Diese wurden gepflanzt, das Feld aber wird aktuell nicht mehr gepflegt und überall wachsen verschiedenste Dinge, von Blumen über Mais bis zu kleinen piksigen Sträuchern. Als wird das Projekt besucht haben und Espérance wissen wollte, warum das Feld nicht gepflegt wird, wurde ihr die Erwartungshaltung entgegen gebracht, dass sie sich darum kümmert.  Diese Einkommensgenerierenden Projekte sollen jetzt auslaufen, da es diese Art von Problem zu oft gibt.

Jetzt bin ich von der Kritik am Freiwilligendienst abgeschweift, aber ich hoffe, dass ich die Kritik verständlich rüberbringen konnte.  Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass man sich das schon vor dem Jahr bewusst macht und auf keinem Fall mit der Vorstellung (und dem Benehmen) irgendetwas Großartiges ändern zu können in das Jahr geht. Man sollte sich im klaren darüber sein, dass man mit einem FWD mit weltwärts oder anderen Programmen vor allem sich selbst Hilft. Das BMZ investiert in die Weiterbildung der eigenen Bevölkerung, nicht in die Entwicklungshilfe in Lateinamerika, Afrika oder Asien.

Moto fahren

Ich wurde jetzt schon mehrere Male gefragt, wie genau das mit dem Motofahren denn eigentlich abläuft, daher hier einen kleinen Beitrag dazu.

Die Motos sind keine richtigen Motoräder, sondern gehen eher in Richtung Mopet. Sie sehen (den Zustand außer Acht gelassen) alle gleich aus, es gibt ein Model. Manche Motofahrer tragen eine Art rotes Leibchen. Diese sind, soweit ich das verstehe, offizielle Motofahrer. Jeder Motofahrer hat eine Nummer (sie ist auf den Helm gedruckt) und ist in einem Register eingetragen. Es werden jährlich nur eine bestimmte Zahl an Lizenzen vergeben, sodass die Straßen nicht völlig von Motos überfüllt werden (so zumindest wurde es mir erklärt).

Wenn man also in Kigali von A nach B möchte, hat man verschiedene Möglichkeiten. Die teuerste Möglichkeit wäre ein Taxi, ich habe für 15 Minuten Fahrt schon 5.000rwf (also ca. 5€ gezahlt). Der Preis wird vor der Fahrt ausgehandelt. Für kürzere Strecken zahlt man weniger, es geht bei 1.500 rwf (1.50€) los.

Danach kommt das Moto, ich zahle für die fünf Minuten zur Arbeit 500 rwf (ca. 50 ct.), allerdingt geht es auch eine Erdpiste, die in einem ziemlich schlechten Zustand ist, hoch.

Beim Motofahren kommt es beim Preis auf die Entfernung, aber auch auf den Stadtteil an. Das Minimum ist 300 rwf (30 ct.), wobei ich auch schon für 200 rwf gefahren bin, als ich wirklich nur ein ganz kurzen Stück weiter musste. Dazu muss man aber Glück haben, denn normalerweise fahren die Motorfahrer nicht für unter 300 rwf. Der Maximalpreis in Kigali ist 1.500 rwf (1,50 €), also quasi von der einen Seite Kigalis bis auf die andere. Das ist sehr gut zu wissen, denn es passiert auch öfters mal, dass ein Motofahrer ganz großzügig anbietet, einen für 2.000 rwf (2€) zu fahren, wenn der eigentliche Preis 1.000 rwf (1€) ist. Das passiert gerade an touristischen Orten wie zum Beispiel dem Kimironko market oder dem Busbahnhof Nyabugogo immer wieder.

Die billigste Fortbewegungsmöglichkeit ist wohl der Bus, der Kostet pro Fahrt zwischen 160 und 400 rwf (16-40 ct.). Allerdings wird am Anfang gewartet, bis der Bus voll ist, man wartet also gerne mal eine halbe Stunde, bis der Bus los fährt. Zudem ist die Verbindung nicht immer gut. Einen Fahrplan gibt es nicht, aber die Busse fahren sehr regelmäßig. In den nicht so hügeligen Teilen von Kigali und auf dem Land gibt es auf Fahrräder, die einen gepolsterten Gepäckträger haben. Von ihnen kann man sich auch fahren lassen, ich weiß aber nicht, was es kostet, da ich noch nie mit einem gefahren bin.

Wenn man Moto fahren will, geht man entweder zu einem der Punkte, an dem sie stehen (das mache ich morgens, da sie nicht an der Tür vorbei fahren), oder man stellt sich einfach an den Straßenrand (das mache ich mittags, denn an der Jumelage fahren viele Motos vorbei) und winkt sie heran. Ehrlich gesagt erinnert mich das immer ein bisschen an amerikanische Filme, in denen die Menschen die Gelben Taxis heranwinken. Man sagt, wo man hin möchte, wenn man weiß, was man bezahlt, dann kann man den Preis gleich dazu sagen. Wenn man es nicht weiß, fragt man wie viel die Fahrt kostet. Oft wird ein zu hoher Preis genannt, es ist also sehr sinnvoll, sich vorher zu informieren, wie viel die Fahrt kosten könnte. Man entwickelt aber mit der Zeit auch ein Gefühl dafür, ab wann die Preise übertrieben sind. Wenn man sich auf einen Preis geeinigt hat, steigt man hinter dem Fahrer auf das Moto. Buhoro bedeutet langsam und ist ein Wort, welches manchmal ganz nützlich sein kann. Es kann passieren, dass die Fahrer sagen sie wüssten, wo sie hin müssen, dann aber in eine falsche Richtung abbiegen. Es ist also auch gut, wenn man den Weg ungefähr kennt. Wenn man angekommen ist, steigt man ab, zahlt, aber behält im Optimal fall den Helm in der Hand, bis man das Wechselgeld zurück bekommen hat.

Akagera Nationalpark

Am 27. bin ich morgens um vier Uhr aufgestanden, um mit Lara und ihrer Mutter in den Akagerapark zu fahren. Von Kigali aus sind es circa 100 km, man benötig irgendwas zwischen zweieinhalb und drei Stunden.

Der Akagera Nationalpark ist 1200 km² groß und beherbergt über 1200 große Säugetiere, unter anderem Giraffen, Löwen, Elefanten, Nashörner, Affen, Zebras und Löwen. Zudem gibt es fast 500 verschiedene Vogelarten, welche ebenfalls in dem Park leben. Es sind drei verschiedene Ökoregionen (Savanne, Sumpf und Berg) innerhalb des Parkes vertreten.

In den 1990ern wurde der Park von wiederkehrenden Flüchtlingen des Bürgerkriegs in Ruanda genutzt, um dort nach ihrer Rückkehr zu leben. Da es nicht genug Fläche zum Leben gab, wurde der Park 1997 verkleinert und ein teil der Savanne wurde von den wiedergekehrten Flüchtlingen als Farmland genutzt. Von 2500 km² wurde der Park auf seine jetzige größe reduziert.

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